die gewinner:innen der tankstelle bühne 2022

 

Adriana Carlota Berwert, Louise Mayer-Jaquelin & Vanessa Spörri:

Apprivoise-moi

‘On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible.’
(Antoine de Saint-Exupéry, Le Petit Prince)

An der Schnittstelle zwischen Sprache, Musikalität und Körpern begibt sich das Projekt Apprivoise-moi auf eine träumerische Reise in die Welt von Saint-Exupérys "Le Petit Prince". Mit einer neu strukturierten, lyrischen Fassung des Textes erkunden auf der Bühne drei Körper, was es bedeutet, einen Text als Partitur zu begreifen und ein Wechselspiel zwischen Stimme und Bewegung zuzulassen. Es gilt, den Kerngedanken des Klassikers selbst zu erfahren. Wie der Fuchs und der Erzähler werden die Zuschauer:innen vom poetischen Prinzen gezähmt, und lernen seine Weisheit: Nicht der Wert der Dinge an sich ist wichtig, sondern die Beziehung, die wir zu ihnen und zur Welt pflegen.

Regie: Adriana Carlota Berwert. Dramaturgie: Louise Mayer-Jaquelin. Choreografie: Adriana Carlota Berwert & Vanessa Spörri. Bühnenbild: Adriana Carlota Berwert. Performance: Adriana Carlota Berwert, Louise Mayer-Jaquelin & Vanessa Spörri. Projektleitung: Adriana Carlota Berwert & Vanessa Spörri

Delfina Ledermann:

LABELS UND LIEBE
Alles wird angeschrieben. Etikettiert. Beschriftet. Und dann ist da die Liebe. Ja, die LIEBE! Das Nahsein mit Menschen. Auch das wird gelabelt.

Doch was bin ich, will ich ausser- oder innerhalb eines Labels sein? Meine Teenie-Jahre habe ich nicht mit Ausprobieren verbracht, sondern mit Haribo, Computern, Depressionen und in einem Ashram, wo ich ein Swami (hinduistische Nonne) werden wollte. Anstatt mich wie alle über Algorithmen und Instagram aufzuregen, will ich aufzeigen, dass zukünftige Quantencomputer ohne binäre Codes auskommen werden, und somit werde ich Zeit damit verbringen, das Positive von Algorithmen und Co. zu erforschen. Zu coden und decoden. Und mich vielleicht in Siri verlieben(?) Oder mit ihr streiten(!) Sie weiss ja doch am besten, wie ich mit all meinen Freund:innen über Telegramm streite. Wahrscheinlich gewinnt sie dann eh jeden Streit - und ist Siri vielleicht auch non-binär?

Von und mit Delfina Ledermann, Lea Kalfus und weiteren Menschen, welche noch gefunden werden in dem World Wide Web.

Perle Cayron:

"Signe moi l'éphémère"

"Signe moi l'éphémère" beginnt mit einer chaotischen Vision: eine einzelne Darstellerin, verloren in einem Meer von Bildern.

Durch diese, Schritt für Schritt, Bild für Bild, geht man auf eine Reise durch eine trauernde Welt. Das Flüchtige, Vergängliche ist etwas zum Festhalten und Loslassen. Vor uns liegt die Trauer um das eigene Leben, Identitäten, Erinnerungen, Beziehungen.... Kann es eine Allegorie auf den Tod oder einen Neuanfang sein?

Von und mit Perle Cayron und Stijn Vanmarsenille


 

 

 

Zentralschweizer Nachwuchsplattform Buehne
Ein Projekt von Südpol, Kleintheater Luzern und Chäslager Stans